New Letters

Bitte stell Dich kurz vor. Schick gerne ein Photo von Dir mit.

New Letters ist eine deutsche Typefoundry und Design Studio, welches 2015 von Armin Brenner und Markus John gegründet wurde. Das Studio fokussiert sich auf Typografie, Grafik Design und Art Direction im Kontext von kulturellen und kommerziellen Projekten. Der typografische Umgang spielt dabei die zentrale Rolle – dafür bieten wir zeitgenössische sowie individuell beauftragte Schriften an. New Letters spannt einen Bogen zwischen klassischen Schriften mit einem Blick für Details sowie modernen Ansatz, welcher Ihren Schriften in einem zeitgenössischen Kontext präsentiert.

Wie hast Du Schriftgestaltung (Typographie) für Dich entdeckt?

Angefangen hat alles während des Studiums an der HfG in Schwäbisch Gmünd. Dort dient das Fach Typografie eher als Grundlagenfach und wir mussten uns die Grundlagen der Typografie und Schriftgestaltung autodidaktisch beibringen. Die HFG hat uns in sofern geprägt, dass Typografie als wichtige Grundlage von Gestaltung angesehen wird. Da wir beide vor dem Studium schon eine Leidenschaft für Typografie entwickelt hatten, konnten wir diese während des Studiums weiterentwickeln. So tasteten wir uns im Duo gemeinsam an unsere erste Schrift Tilde heran, welche es in der Zwischenzeit weiterentwickelt und in vielen weiteren Schnitten gibt. 

Welche war Deine erste Lieblingsschrift?

Armin: Akzidenz Grotesk
Markus:  Lubalin Graph

Was macht eine Schrift für Dich sexy?

Armin: Kurven
Markus: Eine steile Italic 😉

Wie sah Deine erste eigene Schrift aus? Schick gerne Bilder, falls Du welche hast!

Wir haben uns an eigene Schriften herangetastet indem wir bestehende Schriften modifiziert haben. Meist klassische Schriften wie „Futura“ oder „Helvetica“. Dabei haben wir besipielsweise Punzen gefüllt, Buchstaben gespiegelt, Oder mit der x-höhe gespielt. Dadurch haben wir viel über Typografie gelernt um das Wissen später dann mit eigenen Schriften zu erweitern. Eine unserer ersten Schriften war die Geometrische Schrift Tilde.

Wie gestaltest Du heute Schriften? Woran orientierst Du Dich, was ist Dir wichtig?

Sehr wichtig war und sind für uns Einflüsse aus unterschiedlichsten Kontexten. Es herrscht immer eine starke Verbindung zu kreativen Bereichen wie Architektur, Kunst und Mode. Da unsere Schriften auch eine zeitgemäße Ästhetik repräsentieren, wirken viele Einflüsse darauf ein. Viel Inspiration nehmen wir auch aus der alltäglichen Arbeit als Grafik Designer. 
Bei vielen Projekten haben wir das Gefühl dass eine eigene Schrift den Charakter des Projektes prägen kann. Wenn wir mit einer neuen Schrift starten, geht dem Ganzen ein längerer Prozess der Inspiration voraus. Wenn wir erste Buchstaben zeichnen, wissen wir schon grob wo das Ganze hingehen soll. Während des Designprozesses durchläuft die Schrift mehrere Stationen in den wir nochmals Grundlegende Details in Frage stellen, die für uns bei einer Schrift wichtig sind. Meistens arbeiten wir zu zweit an einem Basis Schnitt, den wir dann erst später ausbauen. 

Sollte man Schriftgestalter und Graphikdesigner gleichzeitig sein oder sich auf eins konzentrieren? Hast Du einen guten Ratschlag für angehende Schriftgestalter?

Für uns war es immer ein Vorteil gleichzeitig Grafikdesigner sowie Schriftgestalter zu sein. Da unser Grafik Design sehr von Typografie geprägt ist, Ergänzen sich diese beiden Berufe. Als Grafikdesigner der gleichzeitig Schriften entwickelt, kann man diese in seine Projekte einfließen lassen und somit gleich „In Use“ testen. Das ist manchmal auch hilfreich, wenn man für kleinere Projekte Schriften benötigt. Des Weiteren ist es als „Typefoundry“ wichtig seine Schriften in ihrer Anwendung zu Präsentieren und Printmedien wie zum Beispiel „Specimen“ zu gestalten. Als Grafikdesigner hat man gleichzeitig auch mehr Gefühl dafür was bei einer Schrift wichtig sein könnte, wie z.B. unterschiedliche Schnitte oder erweiterte Glyphensätze. Grundlegen haben wir für angehende Schriftgestalter den Tipp, das Ganze nicht zu sehr als Business zu sehen, sondern seiner Leidenschaft eine Plattform zu geben um sich damit auch austauschen zu können.

Zu welchem Song würdest Du gerne mal eine Schrift gestalten? Warum und wie sähe die aus?

Wir haben eigentlich keinen spezifischen Lieblingssong sondern sind meistens auf der Suche nach neuer Musik. So verhält es sich auch bei unseren Schriften, wir haben nicht die eine Lieblingsschrift sondern versuchen immer etwas neues zu entdecken.

In welche Dimensionen könnte Schriftgestaltung expandieren? Wie könnte die Schriftgestaltung der Zukunft aussehen?

Wir denken in Zukunft wird die Anwendung von Schrift noch mehr digital stattfinden. Dafür muss es auch neue Ideen geben, „Variable Fonts“ sind hier zum Beispiel ein schöner Ansatz. Auch das Animieren von bewegter Schrift wird zunehmen. Zudem werden kleine Typefoundries an Gewicht gewinnen und mehr alternative Schriften auf den Markt bringen.

Wie würdest Du die Vernetzung unter Gestaltern aktuell beschreiben und wie könnte sie sich entwickeln bzw verbessern?

Durch die vielen kreativen Festivals findet aktuell schon eine starke Vernetzung zwischen Gestaltern statt. Auch kreative Plattformen und alternative Wege der Zusammenarbeit wie „Co-working Spaces“ haben in den letzten Jahren die Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Feldern des Grafik Design gestärkt. Wir haben das Gefühl dass die Grafikdesign Szene keinem starken Konkurrenz Druck unterlegen ist, wie es bei grossen Werbeagenturen der Fall ist.  

www.new-letters.de

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