Isabel Seiffert

Bitte stell Dich kurz vor.

Zusammen mit Christoph Miler arbeite ich unter dem Namen Offshore Studio. Wir sind ein Gestaltungsbüro in Zürich, das sich in den Bereichen von Editorial Design, Typografie, Storytelling und Visual Identities bewegt. Neben Aufträgen und Kollaborationen, sind wir Mitgründer, Co-Editoren und die Art Directors der Publikationsreihe 'Migrant Journal‘. Wir geben regelmässig Workshops und halten Vorträge.

Wie hast Du Schriftgestaltung (Typographie) für Dich entdeckt?

Meine Arbeit ist sehr typografisch. Da war es logisch sich irgendwann näher mit Schriftgestaltung auseinanderzusetzen.

Welche war Deine erste Lieblingsschrift?

Ich weiß gar nicht mehr genau. Vielleicht die Austin von Commercial Type. Obwohl ich die Incised 901 (Abklatsch von der Antique Olive) auch ziemlich toll fand.

Wie sah Deine erste eigene Schrift aus? Schick gerne Bilder, falls Du welche hast!

Vor der Migrant Grotesk habe ich eigentlich nie eine Schrift fertig gemacht. Für einen Kunden habe ich mal die Super Grotesk A umgezeichnet, damit sie eine höhere x-Höhe und etwas mehr Charakter bekommt. Das war eigentlich meine erste Schrift, wenn man so will.

Wie gestaltest Du heute Schriften? Woran orientierst Du Dich, was ist Dir wichtig?

Ich gestalte eigentlich selten Schriften und wenn dann ist das bei mir ein sehr langer Prozess. Ich habe eine riesige Sammlungen an gefundenem Material und Bildern, die ich auf Reisen oder in der Bibliothek von Schriften mache. Ich schaue meistens dort nach, um den Charakter einer Schrift zu entwickeln.

Sollte man Schriftgestalter und Graphikdesigner gleichzeitig sein oder sich auf eins konzentrieren? Hast Du einen guten Ratschlag für angehende Schriftgestalter?

Ich bin auf jeden Fall ein Graphikdesignerin, der sich hin und wieder mit Schriftgestaltung auseinandersetzt. Ich würde mich niemals als Schriftgestalterin sehen, denn dafür braucht es noch viel mehr Handwerk und Wissen.

Zu welchem Song würdest Du gerne mal eine Schrift gestalten? Warum und wie sähe die aus?

Prince: Purple Rain.

In welche Dimensionen könnte Schriftgestaltung expandieren? Wie könnte die Schriftgestaltung der Zukunft aussehen?

Ich sehe viel Potenzial in Richtung Creative Programming, Motion und Spatial Design. Da ist noch viel möglich und offen.

Wie würdest Du die Vernetzung unter Gestaltern aktuell beschreiben und wie könnte sie sich entwickeln bzw verbessern?

Instagram und andere Kanäle vernetzen Gestalter_innen weltweit. Dadurch hat man Zugriff auf neue, spannende Schriften, die nicht von großen Type Foundries angeboten werden. Gleichzeitig reproduziert sich alles andauernd selbst, was zu einem gähnenden Einheitsbrei führt. Es ist toll, dass sich Gruppen von Gestalter_innen gegenseitig unterstützen und zusammenarbeiten. Allerdings beobachte ich manchmal, dass Personen vor allem gehyped werden, weil sie Teil eine Gestalter-Clique sind und nicht unbedingt wegen ihrer Arbeit. Das hat sich alles ein bisschen zu sehr zum Showbiz entwickelt.

www.offshorestudio.ch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.