Gabriel Richter

Bitte stell Dich kurz vor. Schick gerne ein Photo von Dir mit.

Groteskschriften <3

Wie sieht Deine Lehre aus? Was willst Du Deinen Studenten im Kern vermitteln?

Optische Grundlagen und die technische Umsetzung finde ich sehr wichtig. Wer weiß, wie man Schriften aufbaut, sie korrekt anlegt und ausarbeitet, kann sich komplett entfalten. Direkt eine verrückt kreative Schrift zu gestalten, ist sicherlich auf dem ersten Blick reizvoll, kann aber auch demotivieren, wenn man nicht weiß, wie man an sie umsetzt.

Wie hast Du Schriftgestaltung (Typographie) für Dich entdeckt? Welche war Deine erste Lieblingsschrift?

Futura war meine erste Schrift, die ich mochte. Bei Recherchen über die Schrift, wurde häufig erwähnt, dass sie schlecht lesbar sei. Folglich beschäftigte ich mich, was überhaupt eine leserliche Schrift ausmacht. Eine sehr komplexe Frage, die aber recht einfach zu beantworten ist: Es kommt auf den Einsatz der Schrift an. Punkt.

Was macht eine Schrift für Dich sexy?

Scharfe und saubere Kurven.

Wie sah Deine erste eigene Schrift aus? Schick gerne Bilder, falls Du welche hast!

Für meine Bewerbungsmappe an der FH D, habe ich eine Reihe von Wörtern mit Lebensmitteln gelegt, und eine der Resultate vektorisiert. Allerdings beherrschte ich zu dem Zeitpunkt kein Schriftgestaltungsprogramm und setzt die Schrift lediglich in Illustrator. Bei einem Schriftgestaltungsworkshop von 26+ Zeichen (Jakob Runge und Max Kostopoulos) lernte ich die ersten Schritte in FontLab, woraufhin ich mich direkt in die Schriftgestaltung verliebte. Dort versuchte ich geometrische Elemente von byzantinischen Kirchen aufzugreifen.

Wie gestaltest Du heute Schriften? Woran orientierst Du Dich, was ist Dir wichtig?

Ich gestalte hauptsächlich digital. Meistens habe ich eine Idee, die ich umsetzen möchte und greife auf händische Skizzen zurück, wenn ich schnell Formen ausprobieren möchte. Wichtig ist mir, dass die Schrift in ihrer Idee stimmig ist. Wenn eine Schrift rumgurkt, soll sie es konsequent tun.

Sollte man Schriftgestalter und Graphikdesigner gleichzeitig sein oder sich auf eins konzentrieren? Hast Du einen guten Ratschlag für angehende Schriftgestalter?

Unbedingt soll das gleichzeitig geschehen. Schriftgestalterisches Grundwissen ist auch für Reinzeichnungen von Logos oder grafischen Elementen, wie Piktogramme, extrem hilfreich. Für eine komplette Schrift braucht es sehr viel Ausdauer und Zeit, was vielen Grafikern fehlt. Nichtsdestotrotz können sie ja mal eine Headline-Schrift für einen Kunden gestalten, wo nicht ein kompletter Zeichensatz gefragt ist. Wer hauptsächlich Schriften gestalten will, wird sich zwangsläufig darauf konzentrieren. Aber eine Zusammenarbeit funktioniert erfahrungsgemäß extrem gut.

Zu welchem Song würdest Du gerne mal eine Schrift gestalten? Warum und wie sähe die aus?

»Alison’s Halo – Dozen«, eine fragile Bold.

In welche Dimensionen könnte Schriftgestaltung expandieren? Wie könnte die Schriftgestaltung der Zukunft aussehen?

Du zeichnest eine Handvoll Buchstaben und das Programm schlägt Dir Varianten für alle weiteren Glyphen vor.

Wie würdest Du die Vernetzung unter Gestaltern aktuell beschreiben und wie könnte sie sich entwickeln bzw verbessern?

Gestalter sollten weniger Angst haben Schriftgestalter für individuelle Projekte zu kontaktieren.

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